Nepal | Frischwasser als kostbares Gut

Frischwasser als kostbares Gut

Nepal / Wasser

Um die Trinkwasserversorgung in Nepal langfristig zu gewähren, hat AVC humanitarian aid die Produktion von einfachen aber wirksamen Wasserfiltern in Gang gesetzt. Ein solcher Bio-Sandfilter versorgt eine Familie mit bis zu 80 Liter Trinkwasser pro Tag.

beendet
Frischwasser als kostbares Gut

Ausgangslage und Herausforderungen

Am 25. April 2015 hat ein Erdbeben mit einer Magnitude von 7,8 Nepal erschüttert und in Ruinen gelegt – gefolgt von zahlreichen teils ebenfalls verheerend starken Nachbeben bis Ende Juli. Knapp 8 800 Menschen starben, über 22 000 Tausend wurden verletzt, ganze Dörfer wurden ausgelöscht. Die Versorgung brach ein - es fehlte an sauberem Trinkwasser, an Nahrung und an Elektrizität. Die ohnehin schon prekäre Trinkwasserversorgung ist durch das Erdbeben verschärft worden – zahlreiche Brunnen und Quellen wurden zerstört.

Drei Jahre nach der Erdbebenkatastrophe geht der Wiederaufbau von Häusern nur im Schneckentempo vorwärts. Von den versprochenen 4.1 Milliarden Dollar der internationalen Konferenz für den Wiederaufbau Nepals wurde bis jetzt nur ein kleiner Prozentsatz ausbezahlt. Dort, wo Hilfe sichtbar ist, waren grosse, ausländische Organisationen am Werk, kleineren NGO’s ist der Wiederaufbau von Häusern untersagt. Die Regierung hockt auf den internationalen Hilfsgeldern und kontrolliert den Geldhahn. Geld fliesst zum Leidwesen der Kasten- und Mittellosen in die Taschen korrupter Beamter und versickert wie Wasser im Sand.

  • Die wichtigsten Facts
    • Hauptstadt
    • Kathmandu
    • Fläche
    • 147 181 km2
    • Einwohner
    • 29,3 Mio.
    • Lebenserwartung
    • 71 Jahre
    • Kindersterblichkeit
    • 27,9 (pro 1000)
    • Alphabetisierung
    • 63,9%
    • Religionen
    • 81,3% Hindus
    • 9% Buddhisten
    • 4,4% Muslime
    • 3,1% Kirati
    • 1,4% Christen
    • 0,5% Sonstige
    • 0,2% unspezifiziert
  • Hauptstadt
  • Kathmandu
  • Fläche
  • 147 181 km2
  • Einwohner
  • 29,3 Mio.
  • Lebenserwartung
  • 71 Jahre
  • Kindersterblichkeit
  • 27,9 (pro 1000)
  • Alphabetisierung
  • 63,9%
  • Religionen
  • 81,3% Hindus
  • 9% Buddhisten
  • 4,4% Muslime
  • 3,1% Kirati
  • 1,4% Christen
  • 0,5% Sonstige
  • 0,2% unspezifiziert

Ziele

Die langfristige Sicherstellung von Trinkwasser in Nepal.

AVC humanitarian aid bildet dazu lokale Mitarbeitende in der Produktion von Bio-Sandfiltern aus.

«Der Sand reinigt das Wasser, so dass es Trinkwasserqualität bekommt. Er filtert zuverlässig Bakterien, Viren und Schwermetalle.»

John

Engagement

Frischwasser als kostbares Gut

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht, jedoch bleibt Frischwasser für zahlreiche Nepalesen ein Wunschtraum. Einzige Wasser-Zapfmöglichkeit sind bräunliche Bäche und Flüsse. In der an Indien angrenzenden Terai Region ist das Wasser zusätzlich durch arsenhaltige Erze und einem zu hohen Eisengehalt verseucht, was zu Durchfall, Hauterkrankungen sowie Nieren- und Leberschäden führt.

Nach dem Erdbeben wurden Mitarbeitende unserer Partner in Zusammenarbeit mit einem Projektleiter aus Thailand und einer lokalen NGO in der Herstellung von Bio-Sandfiltern zur Gewinnung von sauberem Trinkwasser ausgebildet. In den darauffolgenden zwei Jahren wurden 2000 Filter produziert und an betroffene Familien verteilt.

Das Projekt läuft weiter. Die Filter reinigen Wasser zuverlässig von Bakterien, Viren und Schwermetallen und werden vor Ort mit vorhandenem Material hergestellt. Die bestechend einfachen Filter versorgen eine Familie mit bis zu 80 Liter Trinkwasser pro Tag. Die Wartung ist sehr einfach und kann von den Familien selbst durchgeführt werden – bei Fragen gibt es auch eine Hotline. So sichern die Bio-Sandfilter nicht nur kurzfristig das Überleben, sondern gewähren eine langfristige Versorgung mit Frischwasser.

Bedürftige Empfänger bezahlen einen symbolischen Beitrag von umgerechnet Fr. 5 für einen Bio-Sandfilter. Dieser Betrag fliesst in einen Fond für Einkommensgenerierung und schafft so weiteren Menschen neue Zukunftsperspektiven.